#AskManfredAnything 10.06.2016

Marco Kleist hat gefragt: Hallo Herr Brassler, mich würde interessieren, was Sie beim Uhrenzeichnen inspiriert?

Hallo Marco,

immer schon begeistern mich Produkte, die sich als zeitlose Klassiker über alle Moden und Zeiterscheinungen hinweg, als dauerhaft erweisen.

In der Regel sind das nicht die lauten Dinge, die einem sofort ins Auge fallen. Sie erschließen sich vielleicht nicht für jeden auf den ersten Blick, aber sie gewinnen von Mal zu Mal. Sie scheinen so etwas wie einen inneren Wert zu besitzen. Man spürt, dass sie gemacht werden mussten. Sie stehen für Werte wie Klarheit, Ausgewogenheit, Ehrlichkeit, Authentizität und Sorgfalt. Sie sind das Gegenteil von Blendern und kurzlebigen schnell und sorglos auf den Markt geworfenen Produkten.

Audi hat zum Bespiel mit der Limousine A6 (1994) und dem Audi TT (1998) die Grundlagen gelegt für eine heute noch unverwechselbare und gültige Designsprache. Mich begeistert, dass diese Gene bei den heutigen Modellen noch sichtbar und spürbar sind und jedem Fahrzeug ein unverwechselbares Markengesicht verleihen. Das gleiche gilt für Porsche.

Bei den ganz frühen ersten mechanischen Uhren spürt man geradezu die handwerkliche Kraft ihrer Schöpfer. Für sie stand die Funktion im Vordergrund. Ihnen fehlt jegliches Bling Bling und „Schau ich bin anders als die anderen!“ wie man das heute bei vielen Modelabels erlebt.

 

Breguet Einzeigeruhr von 1809 (links) und Josef Knibb Einzeigeruhr von 1680 (rechts)

Die Schlichtheit und Klarheit dieser ganz frühen Zeitmesser und der Taschenuhren vor und um 1900 finde ich besonders anziehend. Sie sind bis heute meine Vorbilder. Bei der Entstehung der N°01 war mein Ziel, eine Uhr herzustellen, die wie ein ursprüngliches Messinstrument wirkt. Bei allen Varianten die danach kamen, hat sich daran nichts geändert.

Bei meiner Arbeit mit MeisterSinger beflügelt mich nach wie vor die Herausforderung, in einem sehr eng gesteckten Rahmen etwas Einzigartiges zu gestalten. Im eigentlichen Entstehungsprozess setze ich mir Scheuklappen auf und Versuche ganz auf die jeweilige Herausforderung konzentriert, alle Elemente so abzustimmen, dass sie in perfekter Harmonie zueinander stehen.

Inzwischen entscheiden sich annähernd 10.000 Menschen im Jahr für eine MeisterSinger. Dieser Gedanke ist sehr befriedigend und hier schließt sich der Kreis: es ist weitere Inspiration dafür, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.

Eine gute Zeit wünscht Ihnen,
Manfred Brassler

 

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