Neues von der Baselworld 2017 – nicht nur von MeisterSinger

Die Uhren-Welt tickt jetzt ein bisschen anders. Auf der Basler Messe zeigten sich die die wesentlichen Trends – und eine Branche im Wandel.

Die Baselworld war jahrelang für immer neue Rekorde gut: mehr Besucher, mehr Aussteller, prächtigere Stände, schrillere Events –  und immer teurere Uhren. Dass es mit dem rasanten Wachstum der Branche aber nun erst einmal vorbei ist, zeigte sich auch auf der diesjährigen Frühjahrsmesse, auf der es erkennbar ruhiger zuging. Der Rückzug einiger langjähriger Aussteller wurde allerdings durch zwei Neuerungen kompensiert, die für wesentliche Themen der Uhren-Welt stehen:

Die kreativen, unabhängigen Uhrmacher wie MB&F oder Beat Haldimann, bislang am Rand des Messegeländes angesiedelt, wurden in der Halle 1, im Herz der Baselworld zusammengefasst. Dazu kamen neue Aussteller aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik wie Samsung, deren Smartwatches inzwischen fest ins Themenspektrum der Messe gehören. Dass traditionelle Uhrmacherei und die neuen Wearables einander nicht notwendig bedrohen, sondern auch zur friedlichen Koexistenz taugen, bringt TAG Heuers Modular 45 auf den Punkt, ein Uhren-System, das sich wahlweise und wechselnd mit mechanischer und digitaler Technik bestücken lässt.

TAG Heuer, Modular 45: friedliche Koexistenz von Mechanik und digitaler Technik
TAG Heuer, Modular 45: friedliche Koexistenz von Mechanik und digitaler Technik

Neu ist übrigens auch die sich rasant gewandelte Medialität der Baselworld. Der herkömmliche Journalist, der seine auf den Ständen gesammelten Eindrücke vom Pressezentrum aus in seine Redaktion schickt, tritt immer weiter in den Hintergrund. Immer mehr wird live aus den Vorlagen berichtet, in Blogs und Social-Media-Plattformen gepostet, begleitet von vor Ort professionell aufgenommenem Foto- und vor allem Videomaterial. Die Messe unterstützte diese Entwicklung durch deutlich besser ausgebaute Funknetze. Viele Aussteller allerdings sind in ihrer Terminplanung und (Licht-)Ausrüstung ihrer Stände darauf noch nicht eingestellt.

Museale Vorbilder

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleiben die teuer zu entwickelnden technischen Sensationen aus. Stattdessen besinnt sich die Uhrenbranche gern auf die bewährten Verkaufserfolge vergangener Jahrzehnte – heißt es doch, dass die Kunden im Zweifelsfall zu ikonischen Klassikern greifen. In den Jahren der Finanzkrise sorgte das für eine Flut von „Retro-Design“, das viel zitierte, aber in vielen Fällen nicht überzeugen konnte. In diesem Jahr aber erschienen konsequent authentische Reproduktionen der historischen Vorbilder, technisch besser ausgestattet, aber originalgetreu bis hin zu den Ausmaßen – schließlich tragen mittlerweile auch viele Männer wieder kleinere Uhren. Dabei greifen die Hersteller tiefer in die Archive als je zuvor; Omegas Reproduktion seiner drei 1957 vorgestellten Sportuhren-Klassiker gehört schon fast in die uhrmacherische Moderne, vergleichen mit der Fliegeruhr von Oris, die einem Vorbild von 1917 bis hin zur Zickigkeit der umständlichen Zeigerstellung folgt.

Oris, Big Crown 1917: authentische Neuauflage
Oris, Big Crown 1917: authentische Neuauflage

Farbverlauf und applizierte Ziffern

Hier passt auch ein Trend bei der Zifferblattgestaltung in den musealen Trend: Viele der Wiedergänger, aber auch ganz neue Modelle tragen Blätter mit einem zarten Farbverlauf, der blasse Farben gleichmäßig patiniert wirken lässt – und manche knalligen Töne erst erträglich macht. Bei den Farbtönen war MeisterSinger mit dem im vergangenen Jahr eingeführten Rensing Green seiner Zeit etwas voraus: Tiefgrüne Blätter gab es in diesem Jahr schon sehr viel mehr zu sehen. Vor allem aber viel Grau und kräftiges Tabaksbraun, das, gemeinsam mit den inzwischen fest etablierten blauen Uhren, wohl auch einen neuen Farb-Standard in der Herrenbekleidung widerspiegelt.

Erkennbar viel Mühe hatten sich viele Hersteller mit den gestalterischen Details gegeben, ob bei aufwendigen Schliffen des Blattes oder mit sorgsam ausgewählten applizierten Stundenziffern und -indizes, wie sie auch bei MeisterSinger immer mehr zum Einsatz kommen.  Technisch galt die Aufmerksamkeit mehr als zuvor der Wasserdichtigkeit der Gehäuse, um die sich die Käufer keine Sorge mehr machen sollen. Selbst ein technisches Wunderding wie die Grande Sonnerie von Greubel Forsey ist bis 3 bar druckfest – noch vor kurzer Zeit wären Glockenklang und Dichtigkeit ein Widerspruch in sich gewesen.

Greubel Forsey, Grande Sonnerie: Glockenschlag aus wasserdichtem Gehäuse
Greubel Forsey, Grande Sonnerie: Glockenschlag aus wasserdichtem Gehäuse

Keine Taucheruhr. Oder?

Als Widerspruch erschien auch manch einem Messebesucher das Gerücht, dass MeisterSinger eine Taucheruhr lanciere. „Als Einzeigeruhr? Wie soll denn das …?“ Spätestens am Messestand, an dem bei MeisterSinger auch Nicht-Fachbesucher Hand an die Uhren legen und das Team dazu ausfragen dürfen, gab es dann die Aufklärung: die neue  Salthora Meta X ist die Uhr für Stadt, Land, Fluss – ein robuster und stilistisch ausgefeilter Begleiter der eine Springende Stunde mit dem Aussehen und den Zutaten einer Taucheruhr kombiniert. Auf jeden Fall wurde sie so neben der Circularis Gangreserve zum aufmerksamkeitsstärksten Neuzugang der Kollektion – wobei in den Vorlagen wohl am schnellsten nach dem Modell mit blauem Blatt gegriffen wurde. Vielleicht weil es auf den Punkt bringt, dass man mit der Meta X einiges unternehmen kann – zum Beispiel auch ganz prima tauchen.

Kombination aus Springender Stunde und Taucheruhr: Die neue Salthora Meta X
Kombination aus Springender Stunde und Taucheruhr: Die neue Salthora Meta X

Im kommenden Jahr wird die Messe zwei Tage kürzer dauern als bislang. Das bedeutet eine noch größere Besucherdichte am MeisterSinger-Stand, noch herausforderndere Terminplanung, und kürzere Atempausen. Das MeisterSinger-Messeteam freut sich darauf.