Juwelier Berghoff – Mittendrin

In der Kölner Innenstadt berät die Familie Berghoff Stamm- wie Laufkundschaft

Die Kölner Schildergasse ist das, was Shopping-Spezialisten die High Street nennen: eine quirlige Fußgängerzone mitten in der Stadt, flankiert von Kaufhäusern und den großen Mode-Filialisten. Gegenüber von Karstadt, Kaufhof und Douglas liegt an der Schildergasse 44 das Geschäft von Juwelier Berghoff, einem Familienunternehmen, das bereits 1896 in der Stadt gegründet wurde. Dazu passt gut, dass es in einem der wenigen markanten Altbauten der sonst betongrauen Innenstadt residiert: dem denkmalgeschützten Haus Schierenberg von 1894. „Vor 25 Jahren haben wir hier unsere Filiale eröffnet“, erklärt Rainer Berghoff, der mit seinem Bruder Guido die Niederlassung leitet. Seine Mutter führt das Stammhaus in der Herzogstraße; der dritte Bruder Stephan führt die Filiale in Neuss.

Setzt auf traditionelle Werte: Juwelier Rainer Berghoff

Erste Hilfe für die Uhr

„Einige andere Traditionsgeschäfte sind in den vergangenen Jahren aus der Nachbarschaft fortgezogen“, bedauert Rainer Berghoff. Dass jetzt auf der anderen Straßenseite die Smartwatches von Apple präsentiert werden, ist ihm dabei weniger Ärgernis als Ansporn: Berghoff setzt Tradition und Langlebigkeit dagegen. In dem Haus mit reich verzierter Fassade, dass er schon als Kind kannte und schätzte, weil dort ein Spielzeuggeschäft untergebracht war, führt ein gläserner Lift in die obere Etage des Geschäfts, die Einrichtung ist ganz zurückhaltend, mit gedeckten Farben und hölzernen Vitrinen. Vor allem setzt Berghoff auf hochwertige Zeitmesser, darunter Glashütte Original, Omega, Breitling, Nomos und die Einzeigeruhren von MeisterSinger, und er ist froh darüber, dass einige Hersteller das Vintage-Thema wieder für sich entdecken und auf die Uhrenhistorie zurückgreifen. Mancher Laufkunde braucht zunächst mal nur Erste Hilfe für seine Uhr: „Die ist in den Pool gefallen, hoffentlich ist es noch nicht zu spät“, sorgt sich eine Dame. „Wir prüfen das gleich“, verspricht Berghoff und informiert den Serviceuhrmacher des Hauses. Uhrenkäufer wüssten heute dank Internet immer mehr über das Produkt, wollten aber trotzdem ausführliche Beratung, hat er beobachtet: „Der Kunde will sich von der Produktqualität überzeugen lassen, möchte die Geschichte zur Uhr erfahren. Und er möchte vor der Kaufentscheidung auch unseren Rat: Ob wir nicht vielleicht noch eine Alternative wüssten, die zu Typ und Anspruch passt?“ Schließlich sei die Kölner Kundschaft aufgeschlossen und gut beratbar.

Vor 25 Jahren wurde die Filiale in der Schildergasse eröffnet.

Nie mehr unpünktlich

Und die Kunden haben natürlich auch selbst Geschichten zu erzählen: die von der MeisterSinger No.01 zum Beispiel, die auf einer Frankfurter Auktion für 18 Euro zu haben war, weil man sie als „defekt, nur ein Zeiger“ ausgewiesen hatte. „Und der Käufer freute sich noch viel mehr, als ich ihm erklärte, dass sie gar keine neue Batterie brauche, sondern einen Handaufzug hat“, erinnert sich Rainer Berghoff. Missverständnisse gebe es bei den Uhren aus Münster immer wieder einmal; öfters schon habe jemand die Uhr „mit dem großen Datum oben“ haben wollen – und die Salthora gemeint. Die MeisterSinger-Uhren seine eben schon etwas für besondere Ansprüche. „Ein Kunde ist noch immer ganz begeistert davon, dass er sich dank der großzügigen Zeitanzeige nicht mehr so unpünktlich fühlen müsse.“

Den ganz einschlägigen MeisterSinger-Käufer gebe es bei ihm nicht, auch kein wirklich typisches Alter – und die Kollektion sei für Überraschungen gut: „Die erste Lunascope habe ich an eine Sammlerin verkauft, genau wie die maskuline Salthora Black Line“. Die jüngeren Modelle, die Urban und die Metris, seien dagegen bislang nur auf wenig Interesse gestoßen, sagt Berghoff. Aber er gibt die ganz jungen Leute als Kunden nicht auf: „Es gibt ja nach wie vor die Familien mit Uhren-Bezug, da tragen Vater und Mutter gute mechanische Uhren; und die Kinder bekommen zum Abi dann auch etwas Hochwertiges.“

Um die nächste Generation weiterhin für gute Uhren zu interessieren, sei es aber auch wichtig, dass die Hersteller sie ansprächen, auf den großen Messen zum Beispiel. So beklagt sich ein Uhrenliebhaber, dass man dort für teure Eintrittskarten weder Uhren in die Hand noch spannende Geschichten geboten bekäme. „Ich wünsche mir, dass sich das ändert“, sagt Rainer Berghoff. Auch wenn dann in den Messehallen ein Trubel herrscht wie in der Kölner Schildergasse.

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