Rituals of the World – Christkindlesmarkt

Markt mit vielen Traditionen

Ganz feierlich geht es zu, wenn am Freitag vor dem ersten Advent das Christkind, im glänzenden Kleid und mit goldgelockter Perücke, von der Empore der Nürnberger Frauenkirche herab um Aufmerksamkeit bittet: „Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!“, so lautet die Formel, mit der die Eröffnungsfeier des Christkindlesmarkts beginnt und die nicht nur viele Nürnberger auswendig aufsagen können.

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Ein beliebtes Mitbringsel – Lebkuchenherzen mit Grüßen vom Christkindlesmarkt.

Schließlich ist das „Städtlein aus Holz und Tuch“ – gemeint ist die rotweiß gestreifte Stoffbespannung der Stände –  mit jährlich zwei Millionen Besuchern wohl der bekannteste Weihnachtsmarkt der Welt, Inbegriff deutscher Adventsgemütlichkeit. In diesem Jahr wird in 180 Buden rund um die zentrale Krippe alles feilgeboten, was dazugehört: Holzspielzeug, Kunstgewerbe, festliche Dekoration, Kerzen und natürlich Nürnberger Spezialitäten, allen voran Lebkuchen, Zwetschgenmännla und Bratwürstchen.

Zwei Millionen Besuchern tummeln sich jährlich vor der historischen Kulisse der Nürnberger Altstadt.
Zwei Millionen Besuchern tummeln sich jährlich vor der historischen Kulisse der Nürnberger Altstadt.

Schatzkästlein

Vor der historischen Kulisse der Nürnberger Altstadt wirkt das Eröffnungsritual und der ganze Markt, als sei das eine uralte Institution, ja als sei der Platz für das Großereignis geschaffen. Und tatsächlich reicht die Geschichte des Christkindlesmarkts weit zurück. Seine Ursprünge liegen wohl im frühen 17. Jahrhundert, als sich der Brauch der Kinderbescherung vom Nikolaustag auf den Heiligabend verlagerte. Im 19. Jahrhundert allerdings verlor der Markt immer mehr an Bedeutung, wurde auf kleinere Plätze verlegt.

Erst in den 1930er-Jahren wurde er in seiner heutigen Form wieder auf dem Hauptmarkt eingerichtet, mit der strohgedeckten Krippe im Zentrum. Erst aus dieser Zeit stammt auch das Eröffnungsritual; die Inszenierung sollte Nürnberg als deutsches „Schatzkästlein“ präsentieren – und damit ist sie bis heute erfolgreich. Nicht zuletzt, weil sie immer wieder überarbeitet wurde. Der Prolog wurde mehrfach neu formuliert, seit den 1970ern wird der Markt vor dem ersten Advent und nicht mehr am Barbaratag, dem 4. Dezember, eröffnet. Daraus ist ein eigenes hübsches Ritual entstanden, dass das Christkind in den 1960er-Jahren nicht mehr einfach von oben herab bestimmt werden sollte: Alle zwei Jahre wählen seitdem die Nürnberger ganz demokratisch ein neues. Voraussetzung: Es muss mindestens 1,60 Meter groß und schwindelfrei sein.

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Die Metris ist der ideale Begleiter für den Besuch am Glühweinstand.

Kinderfreuden

Tatsächlich ist der heutige Nürnberger Christkindlesmarkt eine neuzeitliche Veranstaltung, weniger authentisch als nostalgisch. Aber: Das muss nicht die Freude daran nehmen, durch die Budengassen zu schlendern. Wer denkt in einem grandiosen Historienfilm schon die ganze Zeit „Och, alles Kulisse!“ Und ein Film spricht nicht so universal die Sinne an wie der Weihnachtsmarkt mit Bläsergruppen, Lebkuchenduft und frostkalten Fingern, die man sich am Glühweinbecher wärmt. Die richtige Einstellung gibt das Christkind am Ende seines Prologs vor: „Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, seid es heut’ wieder, freut Euch in ihrer Art.“

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