„Münster ist eine Ausnahme-Stadt“

Der Juwelier Oeding-Erdel bietet am Prinzipalmarkt in Münster „leisen Luxus“ und verfolgt aufmerksam den gesellschaftlichen Wandel.

Im Herzen Münsters prägt der Prinzipalmarkt mit seinen Giebelhäusern das Stadtbild.
Im Herzen Münsters prägt der Prinzipalmarkt mit seinen Giebelhäusern das Stadtbild.

Münster ist die Stadt, aus der die MeisterSinger-Uhren kommen. Gestaltet werden sie am Stadthafen, dem Kreativen-Viertel mit umgewidmeten Speichern und Industriebauten. Nur wenige Minuten entfernt, im Stadtzentrum, zeigt sich Münster als heiter belebtes Postkartenidyll, mit Straßencafés vor den Sandsteinfassaden der alten Giebelhäuser und ihren Bogengängen, die schon vor Jahrhunderten ein vom Wetter ungestörtes Flanieren zwischen feinen Geschäften ermöglichten. Auch heute finden sich auf wenigen hundert Metern gleich vier hochklassige Juweliergeschäfte, darunter das Familienunternehmen Oeding-Erdel, gegründet 1906 und seit 30 Jahren am Prinzipalmarkt. In den Schaufenstern sind die Uhren bekannter Schweizer Manufakturen wie Rolex und Patek Philippe ausgestellt, aber auch die Produkte exquisiter Nischenmarken und, natürlich, die aktuelle MeisterSinger-Kollektion.

Führt das Unternehmen erfolgreich in dritter Generation: Thomas Oeding-Erdel.
Führt das Unternehmen erfolgreich in dritter Generation: Thomas Oeding-Erdel.

Feine Uhren und Schmuckkreationen

„Münster ist eine Ausnahmestadt“, erklärt Thomas Oeding-Erdel, der das Unternehmen in dritter Generation führt. „Hier finden Sie viele tolle Einzelhandelsgeschäfte auf höchstem Niveau – mit Namen, die man sonst nirgends kennt: weil es eben keine Filialen einer Kette sind. Das macht Münster als Einkaufsstadt so attraktiv und gibt ihr ziemlich weit reichende Strahlkraft. Wir konkurrieren gar nicht mit Nachbarstädten, sondern mit Düsseldorf und Hamburg. Münster ist geprägt von der Universität, deren Studenten die Stadt so lebendig machen. Und wir leben auch von denen, die hier studiert haben und zurückkommen, weil sie sich gern erinnern.“ Oeding-Erdel hat sich ein ganz eigenes Profil geschaffen, das der Chef als „leisen Luxus“ bezeichnet. Das Sortiment ist modern, hier und da auch „ein bisschen abgedreht“, aber nirgendwo protzig oder chichi. „Wir haben uns auch schon von Marken mit hochwertigen Produkten getrennt, die aber von uns und den Kunden in unserem Geschäft als unpassend empfunden wurden“, sagt Thomas Oeding-Erdel. Ein ganz wesentlicher Bestandteil des Luxus-Erlebnisses sei der Einkauf vor Ort, in den hinter der historischen Fassade überraschend großzügigen zwei Etagen des Geschäfts. Etwa 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind hier beschäftigt.

Das Juwelier-Geschäft von Oeding-Erdel liegt in bester Lage im historischen Zentrum von Münster.
Das Juwelier-Geschäft von Oeding-Erdel liegt in bester Lage im historischen Zentrum von Münster.

Drei Säulen

Natürlich weiß auch Oeding-Erdel, wie schnell sich seine Branche wandelt und die Digitalisierung alles beschleunigt: „Früher haben wir einen Fünfjahresplan gemacht, jetzt geht es um einen Zwölfmonatsplan und auch den korrigieren wir unterjährig dreimal“, lächelt er. Oeding-Erdel ist längst online präsent, eine Mitarbeiterin bespielt professionell die Social-Media-Kanäle. Der Auftritt bei Instagram ist dabei, dem Medium ganz angemessen, etwas lässiger als der aufwendig produzierte Katalog, den das Haus jedes Jahr herausbringt. Beraten von einer großen Agentur, hat man sich bislang immer wieder gegen einen eigenen Online-Shop entschieden. „Ich schließe da nichts für ewig aus“, sagt Oeding-Erdel. „Aber ich glaube fest an menschliche Kommunikation als den für uns entscheidenden Faktor. Wenn wir einen Shop aufziehen, dann für Dinge, die es nur bei uns gibt: unseren Schmuck.“

Die Strategie des Hauses ruht auf drei Säulen: auf Nähe und Sympathie, auf Kompetenz – unter anderem die von sechs Uhrmachern und zehn Goldschmieden, die wertvolle Zeitmesser warten und vor Ort die Schmuckkollektionen des Haues anfertigen – sowie auf „Sexyness und Glamour“. Alle Aktivitäten und Marketing-Maßnahmen müssen sich mindestens auf zwei dieser Grundfesten stützen.

Seit 30 Jahren bietet Oeding-Erdel den Kunden in seinen Räumlichkeiten "leisen Luxus".
Seit 30 Jahren bietet Oeding-Erdel den Kunden in seinen Räumlichkeiten „leisen Luxus“.

Von den Enkeln lernen

Denn Thomas Oeding-Erdel blickt weit voraus und sieht noch weiteren Wandel auf die Branche zukommen, Risiken wie Chancen: „Das Verhältnis der Generationen zu Luxusprodukten ändert sich radikal“, ist er sich sicher, „früher hat der 35-Jährige angefangen das zu tun, was auch sein Vater zuvor getan hat: sich eine elegante Uhr zum Anzug zu wünschen. Heute aber erklären 15-Jährige ihren Großeltern die digitale Welt – der 60-Jährige lernt von seinem Enkel, guckt darum auch, was der mag und trägt. Im Ergebnis kaufen die 60-Jährigen bei uns heute nur noch sportliche Uhren, also eine Nautilus statt der Calatrava. Feines tut sich schwerer.“ Und auch bei anderen Themen dürfe der Einfluss der jungen Generation nicht übersehen werden. „Nachhaltigkeit ist ein Megathema. Was die „Friday for Future“-Bewegung in Gang setzt, ist beeindruckend. Das wird uns alle treffen. Was wäre, wenn Gold und Diamanten das Image von Pelz bekämen? Es kann nicht sein, dass wir Dinge verkaufen, zu denen jemand irgendwo in dieser Welt unter schlimmsten Bedingungen beigetragen hat. Das Bewusstsein dafür wird explodieren.“ In der Schmuckproduktion setzt sein Haus seit Jahren ausschließlich auf recyceltes Gold; die Herkunft der Diamanten aus ethisch einwandfreier Förderung soll demnächst noch transparenter sein. „Wir müssen doch, wenn wir gefragt werden, die richtigen Antworten haben.“ Dazu gehört für Oeding-Erdel allemal auch, dass man mit langlebigen Gütern wie Schmuck und Uhren in Sachen Nachhaltigkeit „prinzipiell auf der richtigen Seite“ stehe: „Der ökologische Fußabdruck einer Meistersinger, die in 30 Jahren noch einmal vererbt wird, ist natürlich sehr in Ordnung.“

MeisterSinger darf als lokale Marke natürlich nicht in der erlesenen Kollektion fehlen.
MeisterSinger darf als lokale Marke natürlich nicht in der erlesenen Kollektion fehlen.

Ja, wir machen das

Zu MeisterSinger unterhält Oeding-Erdel ein besonderes Verhältnis, die Marke hat einen Heimvorteil. Schließlich wüssten zumindest die überaus lokalpatriotischen Münsteraner Kunden sehr genau, dass der Hersteller in ihrer Stadt ansässig ist: „Am Hafen; das ist cool und modern.“ Die Käufer seien zwischen 30 und 50, hat Thomas Oeding-Erdel beobachtet und glaubt, dass es ihnen bei ihrer Wahl weniger um Entschleunigung gehe als um andere Qualitäten: „Es geht neben der Freude am Produkt auch um Individualität. Der Träger einer solchen Uhr zeigt, dass er keine Showmarke nötig hat, um sich zu platzieren. Kenner wissen vielleicht, dass die Uhr aus einem inhabergeführten Unternehmen kommt.“ Und am Ende rege sie die Kommunikation an. Beste Bedingungen in seinen Augen, um als Marke womöglich auch junge Umweltaktivisten zu unterstützen. „Das sind die glaubhaften Geschichten, die wir brauchen, um einen Kunden für ein Produkt zu begeistern. Aber das können nur Marken liefern, in denen ein Entscheider sagt: Ja, wir machen das!“

Ob das mal einer seiner vier Söhne sagen wird und das Geschäft übernimmt, weiß Thomas Oeding-Erdel noch nicht, sieht die Zukunft des Familienunternehmens aber recht gelassen: „In zehn Jahren hätte ich gern eine Indikation, ob es da Interesse gibt.“ Schließlich, gibt er zu bedenken, könne man eben gar nicht sicher sagen, ob die heutigen Produkte in der Zukunft überhaupt noch gesellschaftsfähig oder relevant seien. Andererseits: „Man kann so ein Unternehmen natürlich auch weiterentwickeln.“ Für jemanden mit seinem Weitblick ist Stillstand undenkbar. Auch hinter historischen Fassaden.

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