Kunst und Handwerk – 100 Jahre Bauhaus

Was machen MeisterSinger-Uhren auf einer Bauhaus-Ausstellung?

Bauhaus-typische Merkmale treffen auf von historischen Zeitmessern inspirierte Einzeigeruhren (Foto: Olff Appold).
Bauhaus-typische Merkmale treffen auf von historischen Zeitmessern inspirierte Einzeigeruhren (Foto: Olff Appold).

Gegenwärtig zeigt das stilwerk Düsseldorf „Re:Form – Eine Hommage an 100 Jahre Bauhaus“. Es ist die dritte und letzte Station der Ausstellung, die zuvor bereits in Hamburg und Berlin zu sehen war. Ein dreiköpfiges Künstlerkollektiv – Olff Appold, Kai Brüninghaus und Jürgen Sandfort – konfrontiert darin Fotografien, Filme und Animationen zum Thema auch mit aktuellem Design. Olff Appold kombinierte MeisterSinger-Uhren mit klassisch „bauhausigem“ Motiven.

Auch der Fotograf Stephan Gustavus ließ sich vom Bauhaus inspirieren und bringt in seiner freien Arbeit MeisterSinger-Zeitmesser mit dem Geist der legendären „Kunst- und Designschule“ in engen Zusammenhang. So arrangierte er ein demontiertes Uhrwerk zu einer „Hommage an Wassily Kandinsky.

Vom Bauhaus-inspirierte Hommage an Wassily Kandinsky, einem Wegbereiter des Expressionismus. (Foto: Stephan Gustavus).
Vom Bauhaus-inspirierte Hommage an Wassily Kandinsky, einem Wegbereiter des Expressionismus (Foto: Stephan Gustavus).

Geometrisch und schwarzweiß

Gerade im Bauhaus-Jubiläumsjahr berufen sich viele Designer mit ihren Schöpfungen ausdrücklich auf die Institution, deren Name auf einem Produkt wie ein Gütesiegel klingt, sich aber beliebig einsetzen lässt, weil er rechtlich nicht geschützt ist. Eine „Bauhaus-Uhr“, so der landläufige Konsens, ist in der Formensprache radikal reduziert, auf geometrische Grundformen, Schwarz und Weiß sowie eine nüchterne, serifenlose Typografie. MeisterSinger hat sich bislang nicht in der Bauhaus-Tradition gesehen. Die von Manfred Brassler in Münster gestalteten Einzeigeruhren sind von frühen Turmuhren und alten wissenschaftlichen Messgeräten inspiriert. Manche Modelle tragen dabei auf den ersten Blick Merkmale, die als „typisch Bauhaus“ gelten könnten. Gustavus’ Bilder allerdings zeigen auch eine elegante Pangaea mit elfenbeinfarbenem Blatt, die sich nicht in das gängige Klischee fügt und doch bestens ins Thema passt.

Uhren-Klassiker im klassischen Bauhaus-Umfeld: MeisterSingers N° 01 und Pangaea (Foto: Stephan Gustavus).
Uhren-Klassiker im klassischen Bauhaus-Umfeld: MeisterSingers N° 01 und Pangaea (Foto: Stephan Gustavus).

Mittelalterliche Ideale

Tatsächlich war das Bauhaus natürlich nicht nur schwarzweiß, sondern entwickelte vielmehr eigene Farblehren. In Weimar und Dessau entstanden dazu auch neue Schrifttypen, darunter selbstverständlich solche mit Serifen. Was die MeisterSinger-Uhren mit den Maximen des Bauhaus verbindet, ist jedoch mehr als eine Formensprache, die konsequent üppigen und funktional wertlosem Zierrat vermeidet. Es geht vielmehr um die Verbindung von Kunst und Handwerk in der engen Zusammenarbeit von Spezialisten ganz unterschiedlicher Disziplinen. Bauhaus-Gründer Walter Gropius hatte als synergetisches Ideal (und Namensgeber) die Dombauhütten des Mittelalters vor Augen, wollte mit der Struktur seiner Schule Fehlentwicklungen der Neuzeit korrigieren. Dem Bauhaus, für viele der Inbegriff der Moderne, liegt auch entschiedene Modernekritik zugrunde.

Die elegante Pangaea fügt sich nicht in das gängige Bauhaus-Klischee und passt doch bestens ins Thema. (Foto: Stephan Gustavus).
Die elegante Pangaea fügt sich nicht in das gängige Bauhaus-Klischee und passt doch bestens ins Thema. (Foto: Stephan Gustavus).

Womit man auskommt

Uhrenhersteller sind mit der traditionellen Kooperation von Designern, Uhrmachern und Kunsthandwerkern unter einem Dach dem Bauhütten-Ideal recht nah. Und bei MeisterSinger kommt noch etwas hinzu: Die großen Turmuhren der mittelalterlichen Kirchen, von denen die Zeitmesser aus Münster inspiriert sind, kamen mit einem einzelnen Zeiger aus. Und die Wiedereinführung dieses Anzeigeprinzips in modernen Armbanduhren ist auch ein Korrektiv einer unglücklichen Entwicklung: Dadurch, dass sich im Laufe der Jahrhunderte immer kleinere Zeiteinheiten präzise messen und darstellen ließen, scheuchen heute allzu oft Minuten- und Sekundenzeiger die Menschen vor sich her, zerlegen den Tagesfluss ohne Not in kleinste Stücke. MeisterSinger setzt dem eine andere, fast verloren gegangene Wahrnehmung entgegen, will zeigen, wie reizvoll die Konzentration aufs Wesentliche sein kann. Diese Art der – in jedem Detail sehr sorgfältigen – Reduktion macht die MeisterSinger-Uhren den Bauhaus-Produkten verwandt. Und erklärt, warum sich auch die Pangaea bestens in Stephan Gustavus’ Bauhaus-Motive einfügt.

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