Rituals of the World – Oktoberfest

Volksfest als Identitätsstiftung

Festlicher Auftakt des Oktoberfests - Einzug der Wiesnwirte.
Festlicher Auftakt des Oktoberfests – Einzug der Wiesnwirte.

Das Münchener Oktoberfest ist ein Ritual der Superlative, wohl das bekannteste Volksfest weltweit, mit immer neuen Rekorden bei Besucherzahlen und Bierumsatz. Und als einziges deutsches Volksfest schafft es das Oktoberfest alljährlich schon im Vorfeld in die landesweite Presse, wo abnorme Zimmerpreise, Sicherheitsmaßnahmen und die Besucherströme aus dem Ausland diskutiert werden. Sobald das Fest begonnen hat, richtet sich die Aufmerksamkeit der Yellow Press dann auf den Auftritt der Prominenz in den Bierzelten auf der Theresienwiese.

Darf natürlich nicht fehlen - traditioneller Wiesn-Look.
Darf natürlich nicht fehlen – traditioneller Wiesn-Look.

Lederhosen und Gamsbart

Das gehört zu den jüngeren Binnen-Ritualen, die das Oktoberfest hervorgebracht hat. Andere, wie der Einzug der Wiesnwirte und der Fassanstich durch den Oberbürgermeister, entstanden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nicht nur viel älter, sondern von ganz besonderer Bedeutung ist der große Trachten- und Schützenumzug. Er findet bereits seit 1835 statt, immer am ersten Sonntag des Oktoberfests, mit tausenden Teilnehmern in Festtrachten. Dabei ist das Fest nicht nur Fokus, sondern Ursprung dieser Kleidung. Lederhosen-Look und Gamsbart-Hüte sind keineswegs der seit Urzeiten überlieferte Habitus der bayrischen Landbevölkerung. Vielmehr wurde viel davon erfunden, kombiniert und arrangiert, um beim ersten Umzug die einzelnen Stämme des noch jungen Königreichs, Franken Schwaben, Pfälzer und Bayern, attraktiv und jeweils typisch paradieren zu lassen. Das Königshaus selbst rühmte sich der Einführung und Förderung der Trachten zur Hebung des Nationalgefühls.

Klassiker im Trachtenlook - MeisterSinger N° 03 - 40 mm mit besticktem Lederarmband.
Klassiker im Trachtenlook – MeisterSinger N° 03 – 40 mm mit besticktem Lederarmband.

Tradition und Handwerk

Der Erfolg war tatsächlich enorm; mit keiner anderen deutschen Region wird so klar eine vermeintlich volkstümliche Kleidung assoziiert wie mit Bayern. Und viele Trachtenfreunde mögen bis heute nicht glauben, dass die Hirschlederhosen eine Art Marketing-Maßnahme waren und das Dirndl in seiner heutigen Form erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts als stimmungsvolle „ländliche Kleidung“ für die preußischen Sommerfrischlerinnen eingeführt wurde. Tatsächlich ist die Tracht (und gemeint ist hier natürlich nicht die billige, karnevaleske Travestie, in der sich viele auswärtige Besucher zeigen) Ausdruck von Lokalpatriotismus, der dabei keineswegs rückwärtsgewandt ist: Sehr ernsthaft wird alljährlich in der süddeutschen Presse die Entwicklung stilistischer Finessen und Accessoires diskutiert. Hergestellt wird die Tracht oftmals mit großem handwerklichem Aufwand und hält dabei auch Arbeitstechniken und Berufsstände lebendig, die sonst womöglich längst ausgestorben wären.

Bestellt der Trachtler zum Beispiel beim „Säckler“, so heißt der Lederhosenmacher, ein neues Paar hirschlederne Hosen nach Maß mit individueller Stickerei, muss er darauf manchmal ein ganzes Jahr lang warten, so lang wie aufs nächste Oktoberfest.

Passend zum größten Volksfest der Welt hat MeisterSinger einigen seiner Lieblingsuhren einen Trachtenlook verpasst. Erhältlich sind die Schmuckstücke im MeisterSinger Online Shop:

MeisterSinger Online Shop

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