Watch of the Month – Edition 366

Anders als die Anderen: MeisterSinger Edition 366

Eleganz des 18. Jahrhunderts für eine aufgeklärte Zeitwahrnehmung

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Dass sich MeisterSinger bei der Gestaltung seiner Zeitmesser schon immer von antiken Kirchturmuhren und historischen Messinstrumenten hat leiten lassen, das weiß man als Freund der Einzeigeruhren aus Münster natürlich längst – und erkennt die Vorbilder bei Klassikern wie der N° 01 oder der Pangaea. Die Kombination von Gestaltungselementen beider Inspirationsquellen macht den unverwechselbaren Stil des Hauses aus.

Limitiert auf 100 Stück weltweit - die Edition 366.
Limitiert auf 100 Stück weltweit – die Edition 366.

97 Schalttage in 400 Jahren

Nur sehr selten – und dann nur in kleiner Auflage – produziert das Haus ein Modell, das so wirkt, als sei es gar nicht neu, sondern ein Museumsstück. Dazu gehört die neue Edition 366, deren Name auf ihr Erscheinungsjahr verweist: Das Jahr 2020 ist ein Schaltjahr, hat statt 365 Tagen 366.

Der Extra-Tag, der 29. Februar, wurde im Nachrichten-Strudel der einsetzenden Pandemie verständlicherweise kaum erwähnt. In seiner ganzen Regelmäßigkeit und Erwartbarkeit wirkt er nicht sehr interessant. Dabei steht der scheinbar simple Rechen-Kniff für etwas sehr Bedeutendes: für die Einrichtung und Organisation unserer Welt durch wissenschaftliche Erkenntnis und eine allgemeingültige Zeiteinteilung. Schalttage wurden schon in der Antike eingeführt, um die Tatsache auszugleichen, dass das Sonnenjahr etwas länger ist als 365 Tage. Aber erst die frühe Neuzeit machte mit dem Gregorianischen Kalender dieses Phänomen wirklich handhabbar: mit jeweils 97 Schalttagen in 400 Jahren.

Es ist bestimmt kein Zufall, dass zur selben Zeit die ersten tragbaren Zeitmesser entstanden– zunächst natürlich nur mit einem Zeiger –, mit denen sich der Tag viel besser organisieren ließ. Ihre wohl elegantesten Nachfolger waren die französischen Taschenuhren des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Einer Zeit, in der die Aufklärung Vernunft und Wissenschaft gegen Aberglauben und Willkür setzte.

 

Steht in der Tradition alter Uhrmacherkunst: das Unitas-Werk 6498-1.
Steht in der Tradition alter Uhrmacherkunst: das Unitas-Werk 6498-1.

Historische Formen

Mit zierlicher Schreibschrift auf opalin-weißem Zifferblatt erinnert die Edition 366 an den Stil dieser Zeit. Die aufwendig unterteilte Minuterie – volle und Viertelstunden tragen eine rote, halbe Stunden eine blaue Markierung – erleichtert den Überblick und lässt die Uhr dabei keineswegs bunt aussehen. Das Blatt ist hell, aber nicht blass. Auch der mit 25 Millimetern ungewöhnlich lange, mit Gegengewichten ausgestattete Pfeilzeiger folgt historischen Formen und betont dabei den Anspruch der Uhr an wissenschaftliche Systematik und Präzision. Auch das Schweizer Handaufzugswerk der Edition 366, das Unitas 6498-1, steht in dieser Tradition: Ursprünglich für Taschenuhren entwickelt, schwingt seine große Unruh langsam, aber exakt mit 2,5 Hertz.

Die Edition ist 366 ist wie ihre Vorläufer Ausdruck von Kultiviertheit, von gutem Geschmack und technischer Perfektion. Und nicht zuletzt davon, dass sich ihr Besitzer nicht von Sekunden jagen lässt, sondern auch zeitlich stets die Übersicht behält.

Genau wie ihre noblen Vorbilder sind die Uhren der Edition 366 sehr rar: Nur 100 Stück werden davon gebaut. Und erinnert daran, dass manche Jahre ganz anders sind.

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